Schafshoden, fermentierter Hai und Brennivín

Þorrablót – Opferfeier für die Götter

Þorrablót – Opferfeier für die Götter

Þorrablót wird im tiefsten Winter gefeiert. Ende Januar beginnt der Monat Þorri und in früheren Zeiten begann mit diesem Monat eine schwere Zeit. Denn in dieser Zeit, wo das Ende des Winters noch lange nicht in Sicht war, drohten Kälte und sich zu Ende neigende Vorräte. Doch wenn man die alten isländischen Monate Þorri und den darauffolgenden Monat Góa überstanden hatte, dann war man sozusagen über dem Berg. Serviert werden beim Þorrablót die Lebensmittel, die bereits Monate zuvor eingelegt, gesäuert, geräuchert wurden.

Historisches Mahl: Þorrablót, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, Island - Iceland 2009 01

Historisches Mahl: Þorrablót

Bei den Ásatrú, der Glaubensgemeinschaft, die die alten Nordischen Götter verehrt, bezeichnet blót eine Opferfeier für die Götter. Bei einem blót wurden Speisen den Göttern geweiht und in deren Gedenken in der Gemeinschaft geteilt. Þorrablót ist dem Gott Thor gewidmet, der dem vierten Wintermonat seinen Namen gab. Während das Fest für die Christen in Island eigentlich keine Rolle mehr spielte, wurde das Fest gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der Zeit als sich in Island eine Unabhängigkeitsbewegung entwickelte, als identitätsstiftend neu entdeckt und wiederbelebt. Heute feiern die Isländer das Fest nicht unbedingt um die Götter zu ehren, sondern um damit alter Zeiten zu gedenken, als das Leben in Island sehr viel schwerer war.

Fermentiertes Haifleisch – am besten zu Genießen mit einem Brennivin in der Nahe. ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, Island - Iceland 2009 01

Fermentiertes Haifleisch – am besten zu genießen mit einem Brennivin in der Nähe.

Da die diversen Speisen eines Þorrablót-Mahles sowohl für die Mägen der Einheimischen als auch der Touristen gewöhnungsbedürftig und nur schwer verdaulich sind, fließen an einem solchen Abend enorme Mengen Brennivín (Schnaps) durch die Kehlen. Die Gerichte dieses traditionsreichen Mahles sind im Prinzip typisch für das, was man früher auf einem Bauernhof gegessen hätte. Dazu gehören: versengter Schafskopf inklusive Augen und Ohren (svið), eingelegte Schafshoden (hrútspungur), Schwartenmagen (svinasulta), Trockenfisch (harðfiskur), Schweinsfett (lundabaggi), Blutwurst, teilweise auch sauer eingelegt (blóðmör), geräuchertes Lamm (hangikjöt) und fermentierter Hai (hákarl). Dazu wird ein süßlich schmeckendes Roggenbrot (rugbrauð) und/oder eine Art Fladenbrot (flatkökur) serviert.

Brennivin – der isländische Schnaps, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, Island - Iceland 2009 03

Brennivin – der isländische Schnaps

Der Brennivín schmiert die Kehlen und manchmal werden bei einem Þorrablót-Mahl auch Gedichte rezitiert oder es wird gesungen. Es ist jedenfalls immer eine gesellige Angelegenheit, die man entweder im Kreis der Familie oder mit Kollegen mindestens einmal in dieser Zeit feiert. Falls man zu einem solchen Essen eingeladen wird, dann erlebt man etwas Unvergleichliches.

Auch die Fluglinie Icelandair bietet ein Þorrablót-Menü auf dem Flug an. Falls man die Speisen allerdings mit ihrem doch eher strengen Geschmack nicht kennt, sollte man sie vielleicht lieber erst versuchen, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat. Der mutige und abgehärtete Gaumenfreund greife aber ruhig munter zu.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    nur in Island der braune Polarfuchs vorkommt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    das isländische Pferd als einziges auf der Welt eine eigene Gangart, den Tölt, hat.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    es sage und schreibe 13 Weihnachtsmänner auf Island gibt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Strokkur, der aktive Geysir so zweimal alle 15 Minuten in die Höhe schießt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    die lutherische Kirche die Staatskirche Islands ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    der Isländer Leifur Eiriksson Amerika entdeckt hat, dort aber nicht bleiben wollte und zurückkam.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Island ungefähr so groß ist wie Nordrhein-Westfalen und Bayern zusammen.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    der Geysir nur 100km von Reykjavík entfernt ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    das warme Wasser aus geothermalen Quellen kommt und nicht mehr aufgeheizt werden muss.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    das Nationalmuseum in Reykjavík auch Gaben von Elfen an Menschen ausgestellt hat.

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