Gewinner des Mies van der Rohe Architekturpreis 2013 der EU

Harpa – Konzert- und Kongresshalle

Harpa – Konzert- und Kongresshalle

Der strahlende Blickfang im Hafen ist die Konzert- und Kongresshalle Harpa, in deren Glasfassade sich das Licht des Himmels und das Wasser der See spiegelt. Wenn im Winter die Dunkelheit die Halle einrahmt, sorgen die elektrischen Lampen in der Fassade für einen dramatischen Effekt.

Ein neues Wahrzeichen Reykjavíks: die Harpa, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2011-05-28__MG_0006_00001

Ein neues Wahrzeichen Reykjavíks: die Harpa

Kurz vor der Fertigstellung der Halle konnte jeder Vorschläge für den Namen des Gebäudes einbringen und schließlich fiel die Wahl auf den Namen Harpa, was einerseits Harfe bedeutet und andererseits auch der Name des ersten Sommermonats ist. Wenn Isländer den Namen Harpa hören, dann schwingt für sie in dem Namen ein positives, hoffnungsvolles Gefühl mit, denn der erste Sommermonat verspricht endlich den Abschied von einem langen, harten Winter, er bringt bessere Zeiten mit sich und wurde deshalb immer mit großer Sehnsucht erwartet. Denn man hat es geschafft, über den Winter zu kommen, also kann es von jetzt ab nur noch besser werden.

Volles Haus in der Harpa, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2013-08-24__MG_1241_00062

Volles Haus in der Harpa

Und dieser Name mit seinen ganzen Assoziationen ist auch Programm für die Geschichte des Gebäudes. Denn fast wäre die halbfertige Halle der Krise zum Opfer gefallen, da die Hauptsponsoren wegfielen. Große Pläne hatte man gemacht. Die gesamte Hafenfront sollte ein neues und modernes Gesicht erhalten, neben der Konferenz- und Konzerthalle waren ein riesiges Hotel (bei Bedarf auch mehrere) sowie ein weiteres Konferenzzentrum geplant. Die Straße sollte in den Untergrund verlegt werden, damit davor ein enormer, offener Platz entsteht. Auf dem Lækjartorg gab es ein Infozentrum mit Maquetten und Graphiken, Modellen der Glasbausteine, Computeranimationen. Und dann platzte die Seifenblase – von einer Stunde auf die andere wurden die Bauarbeiten komplett gestoppt. Schlagartig war klar, dass die Stadt einen gigantischen finaziellen Klotz am Bein hatte, ob in der Form einer Bauruine oder weil man weiterbauen wollte. Glücklicherweise entschied man sich letztendlich dafür, das Gebäude fertig zu stellen.

Nationale und internationale Gäste, das isländische Sinfonieorchester und die isländische Oper sorgen für eine vielfältiges Programm und für Besucherzahlen, die niemand erwartet hätte. Allerdings kämpft Harpa trotz alledem noch immer mit roten Zahlen.

Der größte Saal in der Harpa: Eldborg, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2013-08-24__MG_1139_00017

Der größte Saal in der Harpa: Eldborg

Die Pläne stammen von einem isländisch-dänischen Architektenteam (Henning Larsen Architects und Batteríið) und dem isländisch-dänischen Künstler Ólafur Elíasson, der die Glasfassade entworfen hat. Die isländische Natur und Landschaft war die wichtigste Inspirationsquelle für die Gestaltung der Halle, sie kommt beispielsweise zum Ausdruck in der Form der dunklen Steinfassaden, den Texturen an den Wänden, den Strukturen, die an Basaltquader erinnern. Auch den einzelnen Säle hat die Natur Impulse verliehen. So erinnert Eldborg, der größte Saal im Herzen des Gebäudes, mit seiner tiefroten Farbe an den Lavakern eines Vulkans. Der kleinere Saal Norðurljós (Nordlicht) besitzt eine Lichtanlage, mit der sich spezielle Farbeffekte im gesamten Raum erzielen lassen. Der Konferenzsaal Silfurberg (Silberfelsen) ist inspiriert von den Kalzitkristallen, die in Island gefunden werden können. Mitte 2013 wurde Harpa deswegen auch mit dem prestigeträchtigen Mies van der Rohe Preis für zeitgenössische Architektur der Europäischen Union und der Mies van der Rohe Stiftung belohnt.

Die ersten Glasbausteine warten im Dezember 2009 auf ihre Montage. ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, IMG_1762__2009-12-13_19-35-28_aA

Die ersten Glasbausteine warten im Dezember 2009 auf ihre Montage.

Im Erdgeschoss bietet das Restaurant Munnharpan französisch und nordisch inspirierte Küche, im obersten Stock versorgt Kolabrautin mit gehobener Küche seine Gäste.

Der Epal-Laden bietet Design- und Lifestyleartikel und im 12 Tónar findet man eine fachkundige Auswahl und Beratung zu (isländischer) Musik. Im Blumen- und Geschenkeladen Upplifun, Be Inspired erhält man Schnittblumen, Wohnaccessoires und Bücher.

Führungen täglich 11 und 15.30 Uhr, Vorbestellung am Kartenschalter (Tel. 5285050)

Einige Impressionen:

 

 

 

 

 

 

 

 

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    die lutherische Kirche die Staatskirche Islands ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Strokkur, der aktive Geysir so zweimal alle 15 Minuten in die Höhe schießt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Ingolfur als erster Siedler an der Stelle an Land ging, die heute Hauptstadt des Landes ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    nur in Island der braune Polarfuchs vorkommt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Reykjavík die nördlichste Hauptstadt der Welt ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Island das am dünnsten besiedelte Land Europas ist.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    Island das einzige europäische Land ist ohne einen McDonald’s.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    man von Reykjavík aus ganzjährlich auf Walfischbeobachtung gehen kann.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    es in Island jährlich circa 20.000 Erdbeben gibt.

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  • ?Wussten Sie schon, dass ...

    der Isländer Leifur Eiriksson Amerika entdeckt hat, dort aber nicht bleiben wollte und zurückkam.

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