Zeitreise in die ersten Jahre der Wikinger in Island im Landnámssetur Íslands

Das Landnahmezentrum Islands in Borganes

Das Landnahmezentrum Islands in Borganes

Im Landnámssetur Íslands, dem Landnahmezentrum Islands, oder auch Settlement Centre genannt, reist man in die Zeit der ersten Wikinger in Island. Die Gegend um Akranes und Borganes (die zu Wikingerzeiten noch Borg genannt wurde) war eine der ersten, die von den Wikingern, die aus Norwegen mit ihren wendigen Schiffen auf die Insel fuhren, besiedelt wurden.

Zwei Ausstellungen mit Audiotour in einem Museum: Die Landnahme und die Egill-Saga, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2014-05-06__MG_6576_00252

Zwei Ausstellungen mit Audiotour in einem Museum: Die Landnahme und die Egill-Saga, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz

In diesem wunderschön gestalteten Museum lernt man auf unterhaltsame und kurzweilige Weise viel über einige der ersten Siedler des Landes. Die Ausstellung ist im ältesten, noch stehenden Hauses in Borganes untergebracht.

Das aufwendig gestaltete Museum besteht aus zwei Ausstellungen, durch die man jeweils mit einem Audioguide (es gibt viele Sprachen, auch Deutsch) geführt wird. Man sollte sich für beide Audioführungen Zeit nehmen, sie lohnen sich und dauern jeweils ca. 30 Minuten.

Auf nach Island – die ersten Siedler, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2014-05-06__MG_6502_00223

Auf nach Island – die ersten Siedler, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz

Die Landnahmeausstellung umfasst die Zeit, in der die ersten Siedler aus Norwegen mit ihren Schiffen über das offenen Meer nach Island fuhren und dort „Land nahmen“ zwischen den Jahren 870 und 874) und der Zeit, in der das Parlament, Altþingi, in Þingvellir gegründet wurde. Das Altþingi war damit das erste Parlament der Welt. Als sich die Nordmänner aufmachten, wussten sie nicht viel mehr als das es dort im Osten wohl eine Insel geben müsste. Mit der Angst im Nacken, dass man durchaus auch von der Erde, die damals ja noch eine Scheibe war, einfach so herunterfallen könnte, war es doch ein ziemlich mutiges Unterfangen, diese große Reise anzutreten. Mit Videos, Szenenbildern, gar einem auf den Wellen reitenden Schiffsrumpf, in den man sich stellen kann, wird in dieser Ausstellung lebhaft von den Abenteuern der Wikinger erzählt. Die Landnahme der Gegend um Borganes ist die am besten beschriebene, auch dank sei der Egill Saga.

Von Egill wird erzählt, dass er eine Glatze hatte und einen ziemlich großen Schädel. ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2014-05-06__MG_6537_00236

Von Egill wird erzählt, dass er eine Glatze hatte und einen ziemlich großen Schädel. ©Sabine Burger, Alexander Schwarz

Die zweite Ausstellung handelt von einer der wichtigsten und berühmtesten der Isländer Sagas ab, der Saga von Egill Skalla-Grímsson, oder kurz der Egill Saga.
Egill war nicht gerade der ideale Schwiegersohn und auch nicht gerade eine Schönheit (zwar war er groß und kräftig, hatte aber einen großen Schädel und schon früh eine Glatze). Letztendlich musste er aber wegen einer gemeinen Verleumdung das Land verlassen. Der norwegische König Harald Schönhaar machte ihm deutlich, dass wenn er das Land nicht verlassen würde, er ihn nach dem Leben trachten werde. Und so fuhr Egill nach Island, entlang der Südküste und dann Richtung Norden, bis er in die Gegend von Borganes kam. Dort hatte sein Vater bereits einen Hof, und ließ auch er sich letztendlich nieder. Zwischendurch aber hält es der alte Hausdegen nicht aus, und nimmt die lange und beschwerliche Fahrt nach Norwegen doch noch einmal auf sich. Allerdings ohne Erfolg. Der König möchte nichts mehr von ihm wissen.
Die Geschichte dieses berühmten Wikingers wird hier spannend nacherzählt.

Das Museum bietet außerdem eine App an, die man dort über Wifi gratis laden kann, sodass auch keine Kosten beim Provider anfallen, bei der man in der Umgegend an entsprechender Stelle (auf Deutsch) erzählt bekommt, was sich seinerzeit an Ort und Stelle in der Egill Saga zugetragen hat.

Tipp: Das Lunchbuffet im Museumrestaurant, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz, 2014-05-06__MG_6478_00213

Tipp: Das Lunchbuffet im Museumrestaurant, ©Sabine Burger, Alexander Schwarz

Das Restaurant im ältesten Teil des Gebäudes, am Eingang des Museums, bietet während der Öffnungszeiten des Museums, ein äußert schmackhaftes Buffet und Speisen á la Carte. Außerdem gibt es ein großes, leckeres Kuchenbuffet.
Auch wenn man nur mal durch Borganes durchfährt, ohne das Museum zu besuchen, ist der kurze Umweg von der Hauptstraße mehr als der Rede wert, anstatt sich bei den Tankstellen am Eingang des Ortes Fastfood zu sich zu nehmen.

Geht man durch das Museum durch, kauft man dort nicht nur die Eintrittskarten und bekommt die Audioguides, sondern kann man sich auch in aller Ruhe in dem schön gestalteten Museumsladen umsehen.

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